15 Jahre Arnis Dresden e. V. – Lehrgangsbericht – 13./14. April 2019 in Dresden

Bericht von Tino

15 Jahre Arnis Dresden e. V. … wie schnell doch die Zeit vergeht.
Am 13. und 14. April 2019 galt es nun, das 15-jährige Bestehen unseres Vereines gebührend zu feiern. Sich zu erinnern an einen Weg voller Enthusiasmus und Leidenschaft, an die ersten Schritte auf dem Weg des nie enden wollenden Bestrebens eine fantastische Kampfkunst zu meistern. Und nicht zuletzt auch die Möglichkeit zu nutzen diejenigen wiederzusehen, die unsere Leidenschaft für das Modern Arnis nun schon jahrelang teilen und mit uns gemeinsam diesen Weg gehen. Freundschaften unter Kampfkünstlern haben etwas Besonderes an sich: Sie basieren aufgrund der Inhalte unseres Tuns zwangsläufig in tiefem Vertrauen dem anderen gegenüber. Ein prägendes und erfüllendes Gefühl. Wer dies selbst nie erlebt hat, weiß vielleicht gar nicht, was er (oder sie) verpasst.

Und so stand beim Begehen dieses Events naturgemäß auch weniger das edle Tröpfchen für den Gaumen im Mittelpunkt als vielmehr das gemeinsame Erleben martialischen Tuns … viele Tröpfchen echten Schweißes inbegriffen. Eine besondere Freude war es hierfür einen der kompetentesten FMA-Trainer unseres Verbandes (Deutscher Arnis Verband e.V.) gewinnen zu können. Hier in Dresden eine Premiere für ihn und auch für uns.

Lehrgangsleiter Philipp Wolf (5. DAN Modern Arnis)

Philipp Wolf
• 5. DAN Modern Arnis (DAV & IMAFP)
• Master Instructor Nickelstick Balintawak (“Kamagong Stick Level”)
• 2. Dan Cacoy Doce Pares Eskrima / Eskrido
• Advanced Instructor Modified Tapado
• Instructor Inosanto-LaCoste Kali
• Phase 5 IKAEF Systems
• Lakan Isa (1. Fighter Level) Pekiti Tirsia Kali
• Instructor Jun Fan / JKD (IMB Academy, JFJKDA & Kenpokan)
• 5.Dan Ju-Jutsu
• 3.Dan Judo
• 1.Dan American Kenpo
• 1.Dan Taekwondo
• Faixa Preta (Black Belt) Gracie / Brazilian Jiu-Jitsu
• 1. Dan Jiu-Jitsu (DJJV)
• 1. Dan Kyūsho Jutsu, Vale Tudo, Kick- & Thaiboxen …

Schwerpunkthemen dieses Lehrganges sollten grundlegende Konzepte und praxistaugliches Arbeiten am Boden auch unter Zuhilfenahme von (Stock)Hebeln und Würgen sein – ein im wahrsten Sinne des Wortes atem(be)raubendes Thema. Takedowns auf dem Weg dorthin natürlich inbegriffen. Dabei waren schon im Vorfeld verzogene Gesichtszüge und Adrenalinschübe durch die zu erwartenden Schmerzen in Fingern und Knien garantiert. Kampfkünstler sind halt manchmal schon etwas anders und bewegen sich freiwillig aus der eigenen Komfortzone heraus.

Den tiefen und professionellen Einblick den Philipp sowohl aufgrund seines Kampfkunstwissens und -könnens als auch aus dem Blickwinkel eines Facharztes für physikalische- und rehabilitative Medizin in diesem Bereich geben kann, zog Gäste anderer Dojos aus Deutschlands sowie aus Tschechien nach Dresden.

Und natürlich wurden wir inhaltlich nicht enttäuscht. Der Lehrgang startete mit eigentlich offensichtlichen, aber im täglichen Training oftmals vernachlässigten Grundkonzepten des Kampfes: Distanz, Balance und Timing. Darauf aufbauend folgte eine der schlüssigsten Abhandlungen zu spezifischen Konzepten des zwingenden Arbeitens um Distanzen unter Eigensicherung zu kontrollieren, eigene Dominanz aufzubauen und entsprechend gewünschte Effekte zu erzwingen. Dabei ging es zumeist nicht unbedingt um die eine speziell ausgeführte Technik. Philipps Ansinnen war vielmehr uns für Dinge zu sensibilisieren, die oftmals durch die bereitwillige „Trainingsmithilfe“ des Übungspartners die Realität verfälschen. Während wir es im üblichen Training manchmal gemäß des Zitats Muhammad Ali’s halten – „Was, ich bekomme nur einen (Gegner)?“ – stießen wir im realistischeren Widerstreit sehr schnell an ungewohnte und teils unangenehme Grenzen.

  • Wie schaffe ich es auch unter heftiger Gegenwehr des Kontrahenten einen geplanten Hebel oder eine Würge korrekt umzusetzen?
  • Welche Mittel kann ich nutzen, um mich während einer dynamischen Auseinandersetzung im Moment des Aufbaus der eigenen Dominanz weitgehend der Gefahr von starken Gegenangriffen zu entziehen?
  • Welche anatomischen Besonderheiten gilt es zu
    berücksichtigen um der eigenen Technik deutlich mehr „Überzeugungskraft“ zu verleihen?

Der hier erhaltene Input war geradezu überwältigend. Und das, obwohl uns die grundlegenden Techniken ja durchaus nicht fremd waren . Wahrlich viel „Stoff“ zur nachhaltigen Bereicherung unseres tägliches Trainings. Danke Philipp!

Ein ausdrücklicher Dank gebührt an dieser Stelle ebenfalls allen Organisatoren und Helfern, sowie unserer „Chefin“ Bianka für die federführende Vorbereitung einer mit viel Liebe und Herz ausgestalteten Veranstaltung. Nicht zuletzt ist es ihrer Leidenschaft und dem Engagement weiterer Mitgliedern zu verdanken, dass unser Verein – der in den vergangenen Jahren durchaus mit organisatorischen Herausforderungen zu kämpfen hatte – gerade in den letzten 2 – 3 Jahren wieder neues Leben eingehaucht bekam. Und das ist auch gut so … denn in 2024 steht schließlich schon das nächste Jubiläum an. Die Zeit wird schneller vergehen, als wir denken. Nutzen wir sie! 🙂

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