Lehrgangs- und Prüfungsbericht – Ulm 30./31.10.21

Autor: Tino (Dojoleiter)

Mit „Geballter Ladung“ nach Ulm … das trifft es vielleicht am besten.

Die Anfahrt – wie gewohnt für uns Dresdner – ein Geduldsspiel. Ulm an einem nebelverhangenen Tag…dennoch immer wieder schön. Ein letzter abendlicher Spaziergang, ein gemütliches Abendessen, und schon war der Tag vorüber.

Am nächsten Morgen dann hieß es „zeitig raus“ … unsere Prüflinge interessierten sich allerdings kaum mehr für die schönen Seiten von Ulm. Die Nervosität stieg merklich. Nicht weniger als vier Prüflinge gingen es an, am 30.10.21 die nächste Stufe einer vorzeigbaren Qualifikation im Modern Arnis zu erklimmen, drei von ihnen im DAN-Bereich.

Um es vorwegzunehmen: der weite Weg von Dresden nach Ulm hat sich für alle Beteiligten (Lehrgangsteilnehmer, Prüfungsaspiranten und deren Trainer) gelohnt. Alle konnten erhobenen Hauptes den Rückweg antreten.

Wir gratulieren:

Bianka Schmedemann           zur bestandenen 1. Klase

Carsten Eichler                       zum bestandenen 1.DAN

Richard Adler                         zum bestandenen 1. DAN

David Gest                             zum bestandenen 4.DAN

Doch der Reihe nach:

Ein gut besuchter DAV-Lehrgang und für einige von uns auch endlich ein Wiedersehen mit alten Mitstreitern, Trainern und Meistern unseres Verbandes. Wie doch die Zeit vergeht inmitten des leidigen Virus-Irrsinns.

Eigentlich war alles wie immer:

Die Prüfungen finden stets vor dem eigentlichen Lehrgang statt. Die Halle also zunächst am Morgen noch unterkühlt, ein freundliches Hallo und erste zu spürende Adrenalinschübe, bevor es „ernst“ wurde. Während den Prüfern, Beisitzern und sonstigen Zuschauern allenfalls durchs Zusehen warm ums Herz wurde, blieb den Prüflingen zumindest das Frieren erspart.

Vom Start weg war Vollgas gefordert, gepaart natürlich mit der von ihnen erwarteten technischen Präzision. Und das über nicht weniger als zweieinhalb Stunden! Hut ab! Auch vor der physischen Leistung der teilweise bereits „in die Tage“ gekommenen Prüflinge aus anderen Dojos. 😉

Unweigerlich stieg in mir die Frage auf: Habe ich damals bei meiner letzten Prüfung ähnlich lange schwitzen müssen? Offenbar schon … so wurde mir zugeraunt. Manches verdrängt man halt.

Doch zur Prüfung selbst. Während ich mir nicht erlaube, eine inhaltliche Wertung des geschäftigen „Treibens“ unseres David bei der Prüfung vorzunehmen, so muss ich doch eines festhalten: Das Gezeigte war schlichtweg beeindruckend! Hut ab vor dem, was unser „Urgestein“ David (er ist der dienstälteste Schüler unseres Vereins, wenn auch nicht der physisch älteste) da in den „nur“ 17 Jahren kontinuierlichen Trainings aufs Parkett zauberte. Meinen persönlichen Glückwunsch und tiefen Respekt. Kontinuität und Fleiß wurden hier wirklich zu Recht belohnt.

Carsten und Richard beeindruckten mich bei Ihrer Prüfung zum 1. DAN ebenfalls nachhaltig. Während man bei Carsten ja bereits durch Vorkenntnisse aus anderen Kampfsportarten/ Kampfkünsten eine gewisse Routine erwarten konnte (die er auch unter Beweis stellte) und der Rest als Ergebnis seines mustergültigen Trainingseifers zu sehen ist, war es mir insbesondere bei Richard eine Freude zu sehen, wie der „Kleine“ (er ist der einzig verbliebene Aktive aus meiner ehemaligen Kindergruppe und wird mir daher – auch wenn er inzwischen nicht nur über sich selbst hinaus gewachsen ist – immer einer unserer „Kinder“ bleiben) mit sauberer Technik und echter Dynamik einen wirklich tollen Eindruck hinterließ. Großartige Prüfung von beiden.

Ja, eigentlich heißt es ja „Ladies first“, aber die Prüfung von Bianka konnte ich selbst leider nicht in Augenschein nehmen, da diese räumlich von der DAN-Prüfung getrennt zeitgleich stattfand. An der Prüfung gab es aber ganz offensichtlich nichts zu bemängeln, was mich ehrlich gesagt auch kaum überraschte. Bianka‘s Lampenfieber und der Wille, diese letzte Hürde vor der ersten DAN-Prüfung zu nehmen in Verbindung mit sicherlich zuletzt schwerpunktmäßig Carsten‘s (Anmerkung: unser Carsten Raum ist hier gemeint, Trainer und 4. DAN Modern Arnis) intensiver Vorbereitung ließen da mit Sicherheit keine Zweifel aufkommen. Entsprechende Nachfragen bei Begutachtern von Bianka‘s Prüfung wurden mir schlichtweg mit einem „Daumen hoch“ quittiert. Herzlichen Glückwunsch, Bianka! Und weiter so! 😊

Der nachfolgende Lehrgang fand dann in entsprechend entspannter Atmosphäre statt, auch wenn die eine oder andere Blessur aus der vorangegangenen Prüfung nicht einfach so ignoriert werden konnte. Ich denke aber, dass gerade an diesem Tag dennoch keiner der Betroffenen damit haderte, sich einer Kampfkunst verschrieben zu haben … und da gehört halt hin und wieder auch mal ein „Zähnezusammenbeißen“ dazu.

Inhaltlich war der Lehrgang wie immer top und in sich schlüssig aufgebaut. Bekannte Bewegungsmuster auf neue Art miteinander zu kombinieren, das machte einfach Spaß und ließ schnell Bewegungsfluss aufkommen … bis hin zu beinahe tranceartigen Bewegungsschleifen … eine Erfahrung, die einem immer wieder zeigt, dass das Arnis erst so richtig Spaß macht, wenn man nach einiger Zeit beginnt mit den Techniken zu „spielen“.

Herzlichen Dank an alle Trainer, Prüfer und Mitstreiter für einen gelungenen Lehrgang in gewohnt harmonischer Atmosphäre.

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