Hey Romy, was machst’n da? # 3

Lehrgang, die Zweite: 15 Jahre Modern Arnis in Dresden mit Philipp Wolf

Take-downs und Hebeltechniken. Klingt für mich jetzt irgendwie überhaupt nicht nach philippinischer Kampfkunst. Philipp Wolf hat uns näher gebracht, wie man auch am Boden Modern Arnis Techniken einsetzen kann. Um dorthin zu kommen, nahmen wir einen kleinen Umweg über Distance-Management und das Balance & Base-Prinzip. Alles böhmische Dörfer für mich bisher, aber wie Philipp sehr anschaulich gezeigt hat, durchaus sehr wichtige Prinzipien. Immer die Distanz checken, in der ich mich befinde. Welchen Impact wird der gerade nahende Angriff auf mich haben? Wie muss ich die Distanz verändern, damit mir möglichst wenig passiert. Meine natürliche Handlungsweise ist: weg, raus aus der Situation, raus aus meiner persönlichen Distanzzone. Dass das aber gerade in der Selbstverteidigung nicht immer sinnvoll ist, weil vielleicht die Zeit nicht ausreicht, hat mir dieser Teil des Lehrgangs eindrucksvoll gezeigt. Ran an den Gegenüber, und das heißt auch wirklich nah ran! Kopf auf dessen Brust, den Arm sperren. Jeder Mensch hat seine intime Distanzzone, in die er eigentlich nur Freunde und Vertraute lässt. Diese jetzt freiwillig aufzugeben ist für mich ein echt seltsames Gefühl. Aber meine Devise hier: einfach machen. Auch der Gegenüber wird überrascht sein. Gut, der Trainingspartner weiß in dem Moment was passiert, aber auch er gibt seine intime Distanzzone auf. Wie ich merke, für jemanden, der das schon länger macht nichts ungewöhnliches mehr.

Dann arbeiten wir uns langsam vor, wie bringe ich den Gegner von den Füßen. Stichwort hier: Gleichgewicht. Sobald das Gleichgewicht meines Gegners gebrochen ist, habe ich eine Chance ihn auch als kleinere Person von den Füßen zu bringen um dann mit den eigentlichen Bodentechniken weiter zu machen. Und auch hier kann ich mich als kleinere und vermeintlich schwächere Person behaupten, wenn ich über dem Gegner bin. Das probiere ich nach dem gemeinsamen Kaffee und Kuchen auf meinem Trainingspartner aus. Ja, ich meine auf ihm. Mittlerweile ist dies für mich schon nicht mehr so befremdlich wie zu Beginn des Tages. Zwei blaue Knie und einen blauen Steiß später ist der erste Lehrgangstag für mich vorbei. Es gibt nun noch eine Weißgurt- und zwei Braungurt-Prüfungen. Respekt an die Akteure – nach einem Lehrgangstag noch eine knapp zweistündige Prüfung abzulegen finde ich sehr beachtlich.

Fotos von Samstag

Der nächste Tag steht im Zeichen von Hebeltechniken am Boden und beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück, denn mit leerem Magen hebelt es sich nicht gut. Super spannend, sicher nicht nur für mich: Philipp erklärt warum denn der Hebel wie wirkt. Physiologie, Anatomie, Neurologie… alles genau mein Ding! Die Hebel sind natürlich wieder komplettes Neuland für mich. Hier hilft aber wiederum ein erfahrener Trainingspartner (Danke Carsten! 🙂 ) um den Anfang der zweiten Hebelkette umzusetzen und zu verstehen. Sozusagen als Appetizer für später. Die geschundenen Knie wurden nicht geschont um auch die Hebel am Boden umzusetzen.

Alles in allem wieder sehr viel Input für mich. Es sind wiederum nicht nur bestimmte Einzeltechniken, die ich von diesem Lehrgang mitnehme. Auch die biomechanischen Vorgänge z. B. hinter den Hebeln zu kennen ist mega spannend. Und nicht zuletzt habe ich sehr angenehme Menschen kennengelernt und wiedergesehen.

Fotos von Sonntag

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